Wasserqualität der Flüsse im Leipziger Stadtgebiet

In der Ratsversammlung wurde vom Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport eine Anfrage nach der Wasserqualität wie folgt beantwortet:

Quelle: http://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016785

 

 

Frage 1:

An welchen Stellen lässt die Wasserqualität ein gesundheitlich unbedenkliches baden zu?

 

Antwort:

Da es sich bei den Leipziger Fließgewässern nicht um offizielle Badegewässer handelt, wird auch die Badewasserqualität im Hinblick auf hygienische Parameter nicht durch das Gesundheitsamt überwacht (EU-Badegewässerrichtlinie).

Das Baden stellt gemäß Sächsischem Wassergesetz zwar einen Gemeingebrauch dar, d.h. jedermann kann die Gewässer zum Baden ohne gesonderte behördliche Gestattung benutzen. Jedoch erfolgt dies auf eigene Gefahr. Nicht selten geht in Fließgewässern von Wasserstandsschwankungen, Strömungen und Stromschnellen sowie Gegenständen am Gewässergrund eine Gefahr aus.

Tatsächlich hat sich in den letzten Jahrzehnten die Wasserqualität der Fließgewässer deutlich erhöht. Vor allem im abwassertechnischen Bereich fanden umfangreiche Verbesserungen statt. Häusliche Abwässer werden in Kläranlagen gereinigt, gewerbliche Abwässer werden vorbehandelt. Aber selbst heute noch sind die Rückstände aus der industriellen Vergangenheit im Sediment, dem „Gedächtnis“ des Gewässers, messbar. Unabhängig davon kommen den Fließgewässern auch gewisse Funktionen zu. So muss das Wasser ordnungsgemäß abfließen können, Gewässerbenutzungen (Entnahmen und Einleitungen) müssen ermöglicht werden und natürlich ist auch der Hochwasserschutz zu beachten. Im Fazit gibt es also eine Vielzahl von Gründen, die einem sicheren Baden in den Fließgewässern entgegenstehen. Das Baden wird deshalb dort auch nicht empfohlen.

Anders ist es beim Cospudener, Markkleeberger und Kulkwitzer See sowie den südöstlich Leipzigs gelegenen Seen Albrechtshain, Ammelshain und Naunhof. Hier wird die Badewasserqualität regelmäßig durch das zuständige Gesundheitsamt nachgewiesen (EU-Badegewässer). Gesundheitsrisiken können rechtzeitig erkannt und minimiert werden.

 

 

Frage 2:

Wenn die Wasserqualität als nicht ausreichend eingestuft wird, gibt es Bestrebungen diese in absehbarer Zeit zu verbessern, sodass in Leipziger Flüssen wieder gebadet werden kann?

 

Frage 3:

Welche Maßnahmen müssten ergriffen werden, damit das Baden an geeigneten Stellen in Leipziger Flüssen wieder zum Alltag in einer lebenswerten Großstadt gehört?

 

Antwort:

Beide Fragen werden auf Grund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. An der Verbesserung der Wasserbeschaffenheit der Leipziger Gewässer wird kontinuierlich gearbeitet. So werden beispielsweise Maßnahmen zur Rückhaltung von Niederschlägen umgesetzt, um die Stoffeinträge in Folge von Starkregenereignissen zu mindern. Auch an den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie, einen guten ökologischen und chemischen Zustand in allen Gewässern zu erreichen, wird kontinuierlich gearbeitet. Der Handlungsbedarf liegt hier vor allem in der Form und Gestalt (Morphologie) der Gewässer. Denn es fehlt den Gewässerorganismen vor allem an Lebensräumen, die eine hohe Artenvielfalt und damit „stressresistente“ Ökosysteme ermöglichen. Dennoch kann aus den oben genannten Gründen und den Funktionen der Fließgewässer auch zukünftig kein gesundheitlich unbedenkliches Baden in den Fließgewässern in Aussicht gestellt werden. Insofern sind auch keine Badestellen oder gar Flussbadeanstalten geplant.

Für den unbeschwerten „Sprung ins kühle Nass“ werden die offiziell ausgewiesenen Badegewässer, wie der Cospudener, Markkleeberger und Kulkwitzer See sowie die südöstlich Leipzigs gelegenen Seen Albrechtshain, Ammelshain und Naunhof oder auch die Freibäder empfohlen.

 

 

siehe auch: https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2020/07/Sie-werden-noch-ewig-nicht-in-Leipziger-Fluessen-bedenkenlos-baden-koennen-340924


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