Niedrigwasser in Sachsens Flüssen - Keine Binnenschifffahrt auf Elbe

Sachsens Flüssen sinkt der Wasserstand. Auf der Elbe verkehren nur noch die Ausflugsdampfer - dank Wassernachschub aus den Stauanlagen in Tschechien.

Dresden

 

. Der niederschlagsarme Sommer lässt die sächsischen Flusspegel weiter sinken. Vor allem die Elbe nähert sich am Pegel Dresden der 75 Zentimeter-Marke - nicht nur mit Folgen für die Schifffahrt. Nach Angaben einer Sprecherin vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) beträgt der Durchfluss nur etwa 40 Prozent des langjährigen Mittels, an den anderen Flüssen im Freistaat sind es 20 bis 50 Prozent. „An 29 Pegeln ist Niedrigwasser, vor allem im Einzugsgebiet der Mulde, aber auch in der Lausitzer Neiße, der Schwarzen und Weißen Elster sowie kleinen Elbezuflüssen.“

Das hat Auswirkungen auf die Schifffahrt. Seit dem 29. Mai kann die Elbe nur eingeschränkt genutzt werden, sagte der Chef der Sächsischen Binnenhäfen, Heiko Loroff. Die Ladung sei zugunsten des Tiefgangs um fast 80 Prozent reduziert worden. Inzwischen fahre nichts mehr. Der Wasserstand am Pegel Dresden näherte sich am Dienstag unaufhaltsam der 75 Zentimeter-Grenze. Loroff rechnet trotzdem nicht mit solchen Verlusten wie in den Vorjahren. „Wir hatten im Frühjahr ja wieder eine Schneeschmelze.“

Dank regelmäßiger Wellen aus tschechischen Stauanlagen können bisher auch die Elbdampfer noch fahren, nur die Kapazitäten werden dem sinkenden Wasserstand angepasst. Nach Angaben von Robert Rausch, Marketingchef der Sächsischen Dampfschifffahrt, läuft der Betrieb nach Fahrplan, allerdings haben die Schiffe weniger Tiefgang. Im Vergleich zu 2015, als das Unternehmen wegen Niedrigwassers einen Millionenverlust machte, seien die Reservoire hinter der Grenze aber noch gut gefüllt. „Wir können nur hoffen, dass es in Tschechien regnet.“

 

Der dauerhaft niedrige Pegelstand der Elbe um die 80 Zentimeter bringt so langsam Sorgenfalten in Karin Hildebrands Gesicht. Die Geschäftsführerin der Sächsischen Dampfschiffahrt sagt zwar, dass im Moment alle geplanten Fahrten bedient werden können. „Mit der Ausnahme von den Halten in Heidenau, aber die fallen immer als erstes aus“, wie sie einschränkt. Wie lange die Weiße Flotte noch ohne größere Einschränkungen auf der Elbe unterwegs sein kann, weiß Hildebrand jedoch nicht.

 

Erinnerungen an das Jahr 2015 werden wach, als der Elbpegel in Dresden teilweise bis zur Halbmetermarke sank, der Fahrbetrieb für 15 Tage ganz eingestellt und über drei Monate wegen Niedrigwasser teils stark eingeschränkt werden musste. Um das zu verhindern, hat es bereits vor geraumer Zeit Gespräche mit den tschechischen Anrainern am Oberlauf der Elbe gegeben, die mit ihren Stauwerken den Pegel am Unterlauf beeinflussen können. Man habe seither zu einem guten Miteinander gefunden. „Die Tschechen tun, was sie können“, sagt Hildebrand. „Regen machen können sie leider nicht“, fügt sie an. Für „die nächsten Tage“, so viel ist sicher, soll der Dresdner Pegel mit tschechischer Hilfe bei etwa 80 Zentimetern gehalten werden. Wie es danach weiter geht, ist ungewiss.

 Ab welchem Pegelstand es kritisch wird, vermag Dampfschiffahrts-Chefin Hildebrand nicht sagen. Das hänge vom jeweiligen Schiffstyp, dem Untergrund und vielen weiteren Faktoren ab. Die Elbeschiffer würden die Situation jeden Tag aufs Neue einschätzen. Dampfschiffahrts-Kunden können sich über aktuelle Einschränkungen im Betrieb auf der Internetseite des Unternehmens informieren.
 
 
Text und Bilder LVZ online Quelle 1 und Quelle 2